DOSSIER

Geschichte
der Politischen Bildung

Die Geschichte der politischen Erwachsenenbildung ist in Deutschland eine lebhafte. Um die heutige Prägung einordnen zu können, bedarf es einer historischen Kontextualisierung, die den verschiedenen Entwicklungsströmen nachspürt und sichtbar macht.

VORGESCHICHTE

Auch wenn die politische Bildung aus unserer Sicht eng mit der demokratischen Republik verknüpft ist, liegen ihre Ursprünge in der Zeit davor. Wir blicken auf die deutsche Kaiserzeit, welche den Untertanengeist förderte. Die republikanisch-staatsbürgerliche Erziehung der Weimarer Republik wurde ab 1933 auch offiziell von der rassistischen Ideologisierung abgelöst. Die Autor*innen kontextualisieren die politische Bildung und erläutern, wie die Kenntnis um Vergangenheit unser  heutiges Verständnis der politischen Bildung prägt.

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Untertanengeist im Deutschen Kaiserreich

Auch die Politische Bildung hat eine Vorgeschichte. In Deutschland liegt sie in der kaiserlichen Idee vom Untertanengeist.
Janka Mittermüller von der Universität Trier erläutert, wie Politische Bildung als Legitimationsinstrument eingesetzt wurde und welche Rolle soziale Gruppen (z.B. Vereine, Lehrende- und Elternverbände) einnahmen.
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Republikanisch-staatsbürgerliche Erziehung in der Weimarer Republik

Mit der Novemberrevolution entstand in Deutschland nicht nur eine demokratisch verfasste Republik, sondern auch neue Initiativen im Bildungswesen.
Prof. Matthias Busch von der Universität Trier betrachtet die erste demokratische Republik Deutschlands und skizziert dabei die Grundlegung der politischen Bildung.
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Politische Bildung als rassistische Ideologisierung im Dritten Reich

In Deutschland stand die politische Bildung in den Jahren 1933-1945 im Zeichen der Indoktration.
Dr. Paul Ciupke beschreibt die Vereinnahmung Politischer Bildung im nationalsozialistischem Staat.
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AB 1945

So eindrucksvoll das Narrativ der Stunde Null auch klingen mag; eine vollumfängliche Zäsur war das Jahr 1945 für Deutschland nicht. Aus der Diktatur kommend, versuchten die Amerikaner*innen ein demokratisches Verantwortungsgefühl in Deutschland zu entwickeln. Wie sehr die 50er Jahre durch antisemitische Kontinuitäten geprägt waren, zeigt auch die starke Reaktion des heute noch gültigen Kinder- und Jugendplans, der Ende des Jahrzehnts in Kraft trat.

Die (gescheiterte) Re-Educationspolitik der West-Alliierten

Nachdem das nationalsozialistische Deutschland besiegt war, wurden von Seiten der Alliierten Programm zur Re-education entwickelt. Die Absicht war, die Deutschen zu Demokrat*innen zu „erziehen“.
Prof. Klaus-Peter Hufer erläutert, wie die Intervention der Amerikaner*innen sich um demokratische Haltung und Verständnis bemühte.
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Berufsnot, Inszenierungen von Halbstarken und antisemitische Aktivitäten

Stunde Null? Keineswegs. Die antisemitischen Kontinuitäten in den späten 50er Jahren führen zur Etablierung des heute noch gültigen Kinder- und Jugendplans (KJP) - ein zentrales Element der politischen Bildung.
Klaus Waldmann skizziert, wie Deutschland in den späten 50er Jahren weiter durch antisemitische Gewalt mitgeprägt wurde - und wie die politische Bildung eine strukturelle Antwort fand.
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FRÜHE BUNDESREPUBLIK

Wie funktioniert politische Bildung in den 60er Jahren? Eindrücklich zeigt die Kontroverse zwischen Friedrich Oetinger und Theodor Litt grundlegend verschiedene Auffassungen von politischer Bildung. Ob „Partnerschaftspädagogik“ oder „Selbsterziehung“ – die politische Bildung erlebt turbulente Auseinandersetzungen.

Die Öttinger-Litt-Kontroverse

Politische Bildung partnerschaftlich oder kontrovers - das ist hier die Frage.
Prof.in Gudrun Hentges von der Universität Köln skizziert die entscheidende Kontroverse der 50er Jahre und ordnet ein, was diese für die politische Bildung bedeutete.
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60er: Aufwind für die politische Bildung: Zwischen Affirmation und Kritik

Ausbleibende Auseinandersetzung mit der NS-Zeit und der Krieg in Vietnam mobilisierten die junge Generation. Dieses hatte prägenden Einfluss auf die Politische Bildung.
Prof. Ingo Juchler von der Universität Potsdam zeigt auf, wie die Auseinandersetzungen der 60er Jahre die Politische Bildung prägten und dabei zur "didaktischen Wende" führten.
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Bonner Republik

Die 70er und 80er Jahre unterscheiden sich, auch was die politische Bildung betraf, grundlegend in der BRD und DDR. Die 70er Jahre in Westdeutschland waren u.a. geprägt von Willy Brandts Ausspruch „Mehr Demokratie wagen“.

Mehr Demokratie wagen? Auseinandersetzung um die emanzipatorische politische Bildung

Der Zeitgeist der 70er stand auch unter dem Leitspruch "mehr Demokratie wagen". Aber welche Rolle spielte dieses für die politische Bildung?
Prof.in Bettina Zurstrassen von der Universität Bielefeld zeigt das Spannungsfeld der 80er Jahre auf.
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Staatsbürgerliche Erziehung und sozialistische Persönlichkeits-bildung in der DDR

Um den historischen Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus zu ebnen, brauchte es die entsprechende Persönlichkeitsbildung.
Prof. Michael May von der Universität Jena erläutert, woraus die sozialistische Persönlichkeitsbildung bestand und inwieweit sich diese grundlegend vom westdeutschen Ideal der Mündigkeit unterschied.
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Konsens und Radikalenerlass: Zwei Seiten einer Medaille

Die 70er Jahre sind Jahre der politischen Polarisierung. Dabei werden Weichen gestellt für die politische Bildung und deren Professionalität. Der „Beutelsbacher Konsens“ und „Radikalenerlass“ markieren Eckpunkte dieser Zeit.
Prof. Benno Hafeneger von der Universität Marburg zeigt auf, auf welche Kontroverse der Beutelsbacher Konsens die Antwort war und inwiefern dieser die Auseinandersetzung befrieden konnte.
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nach 1989

Die politische Bildung hat eine lebhafte Geschichte hinter sich. Auch heute gibt spannende Kontroversen in und um die politische Bildung. Dabei entstehen neue Begriffsfelder (z.B. Demokratieörderung oder -pädagogik), werden machtkritische Fragen gestellt und wir stellen fest, dass unsere Gesellschaft eine postmigrantische ist.

Demokratieförderung oder Politische Bildung?

Eine zunehmende Unzufriedenheit mit der Politik erreichte in den 90 Jahren einen ersten Höhepunkt. 1992 war „Politikverdrossenheit“ das Wort des Jahres.
Benedikt Widmaier beleuchtet die Diskussion der Nuller Jahre, ob der Gegenstand der Politischen Bildung statt „dem Politischen“ vorzugsweise „Demokratie“ und „das Demokratische“ sein sollte.
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Revivaler der 60er? Die Frankfurter Erklärung

Im Jahr 2015 formulierten politische Bildner*innen eine Erklärung, die für mehr strukturelle Machtkritik plädierten.
Dr. David Salomon von der Universität Trier zeigt auf, welches Anliegen die Unterzeichner*innen vorlegten und welche Ziele hierbei im Vordergrund standen.
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Postmigrantisch!

Lange Diskussion, ob Deutschland ein Einwanderungsland prägten die Nuller Jahre. Heute reüssiert der Begriff postmigrantisch - mit wichtigen Implikationen für die Politische Bildung.
Prof. El-Mafalaani von der Universität Osnabrück charakterisiert unsere Gesellschaft und zeigt auf, welche Stellschrauben es gilt, in den Blick zu nehmen.
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Website: Profession Politische Bildung

SEI DABEI!

Fortbildungsreihe

Wir bieten kostenfreie Veranstaltungen zur Politischen Bildung an. Dabei sind hochkarätige Expert*innen, erfahrene Kolleg*innen und dynamische Neueinsteigende. Schau Dir an, wann die nächste Veranstaltung stattfindet!

Vertiefende Dossiers

DIVERSITÄT
Die Pluralität unserer Gesellschaft muss sich auch in der Didaktik guter politischer Bildung widerspiegeln. Dieses Dossier zeichnet die Grundlagen des didaktischen Umgangs mit Heterogenität nach und führt in die Überlegungen zur Diversität ein.
DIGITALE PRAXIS
Die politische Erwachsenenbildung wendet sich aktuell vermehrt digitalen Bildungsmöglichkeiten zu und stellt dabei ihre Angebote um. Es ist also höchste Zeit zu reflektieren, wie eine gute, digitale Praxis der politischen Erwachsenenbildung aussehen kann.
GESCHICHTE
Die Geschichte der politischen Erwachsenenbildung ist in Deutschland eine lebhafte. Um die heutige Prägung einordnen zu können, bedarf es einer historischen Kontextualisierung, die den verschiedenen Entwicklungsströmen nachspürt und sichtbar macht.

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